Für Männer, die sich eine maskulinere, definiertere Kinnlinie wünschen, spielen Breite und Vorwölbung des Unterkiefers eine entscheidende Rolle für die Harmonie des Gesichts. Ein schmaler oder zurückliegender Kiefer kann die Gesichtszüge weicher wirken lassen und die mit maskuliner Ästhetik assoziierte Kantigkeit abschwächen. Gesichtsmaskulinisierungschirurgie, Es gibt zwei primäre chirurgische Verfahren zur Korrektur der Kieferbreite: individuelle Kieferimplantate und Unterkiefer Osteotomie (Kieferverbreiterung). Obwohl beide Verfahren die untere Gesichtshälfte verschönern sollen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihren biologischen Wirkmechanismen, der Komplexität des Eingriffs, dem Heilungsverlauf und den Langzeitergebnissen. Das Verständnis dieser Unterschiede ist für Menschen, die eine Maskulinisierung des Gesichts in Erwägung ziehen, unerlässlich, da die Wahl zwischen Implantaten und Knochendurchtrennung getroffen werden muss. Techniken bestimmt nicht nur das ästhetische Ergebnis, sondern auch die strukturelle Integrität des Gesichtsschädels.
Die Entscheidung zwischen individuellen Implantaten und einer Osteotomie hängt oft vom gewünschten Augmentationsgrad, der vorhandenen Knochenstruktur des Patienten und der angestrebten Dauerhaftigkeit des Ergebnisses ab. Individuelle Implantate bieten eine minimalinvasive Methode zur Augmentation des Unterkieferwinkels und -körpers. Dabei werden biokompatible Materialien zur Formung der Kieferlinie verwendet. Im Gegensatz dazu beinhaltet die Unterkieferosteotomie die operative Trennung des Unterkiefers, um den Unterkiefer physisch zu verbreitern. Dieser Eingriff erfordert eine präzise Planung und häufig die Zusammenarbeit mit einem Kieferorthopäden. Dieser Leitfaden beleuchtet die klinischen Gegebenheiten beider Verfahren und vergleicht das chirurgische Spektrum von individuellen Silikon- und PEEK-Implantaten mit den strukturellen Veränderungen der sagittalen Spaltosteotomie und der Distraktionsosteogenese.
Bei der Überlegung einer Kieferverbreiterung zur Konturierung des Gesichts mit maskulinen Gesichtszügen ist die Wahl zwischen individuell angefertigten Implantaten und einer Osteotomie nicht nur ästhetisch, sondern auch strukturell relevant. Implantate sitzen auf dem Knochen und verbessern die Silhouette, während eine Osteotomie den Knochen selbst verändert und so das Gesichtsgerüst von innen heraus beeinflusst. Die Entscheidung hängt vom Skelettstadium des Patienten, der gewünschten Breitenvergrößerung und der Toleranz gegenüber der Heilungsdauer ab.
— Dr. MFO Klinische Perspektive

Inhaltsverzeichnis
Die Ästhetik definieren: Die maskuline Kieferlinienarchitektur
Die maskuline Kinnlinie zeichnet sich durch Breite, Kantigkeit und einen ausgeprägten Kieferwinkel (den hinteren unteren Winkel des Unterkiefers) aus. In der Gesichtsästhetik bestimmt die Breite des Unterkiefers im Verhältnis zu Wangenknochen und Stirn die wahrgenommene Maskulinität des Gesichts. Ein schmaler Unterkiefer erzeugt ein spitz zulaufendes, herzförmiges Aussehen, das oft mit weicheren Gesichtszügen assoziiert wird, während ein breiter Unterkiefer ein kantiges, robustes Erscheinungsbild hervorruft. Ziel einer Kieferverbreiterung ist es, die transversale Dimension des Untergesichts, insbesondere des Unterkieferkörpers und -winkels, zu vergrößern, um ein harmonisches Verhältnis zum oberen und mittleren Gesichtsdrittel zu erzielen.
Anatomisch besteht der Unterkiefer aus dem Unterkieferkörper (horizontaler Abschnitt) und dem aufsteigenden Ast (vertikaler Abschnitt). Der Kieferwinkel markiert die Stelle, an der diese beiden aufeinandertreffen. Bei vielen Männern, die sich eine maskulinere Erscheinung wünschen, ist der Unterkiefer in der Breite unterentwickelt oder weist nicht die markante, nach hinten gerichtete Ausbuchtung auf, die einen kräftigen Kiefer ausmacht. Individuell angefertigte Implantate umschließen den Kieferwinkel und den Unterkieferkörper und verleihen der äußeren Oberfläche mehr Volumen. Eine Osteotomie hingegen zielt direkt auf die Knochenstruktur ab. Durch das Durchtrennen und Neupositionieren der Knochensegmente wird das Gesicht maskulinisiert. der Chirurg kann die Breite des Unterkieferbogens vergrößern und so das Skelettgerüst, das die Weichteile und Muskeln des unteren Gesichts stützt, effektiv erweitern.
Die Rolle des Kieferwinkels in der Männlichkeit
Der Kieferwinkel ist der Ansatzpunkt für den Musculus masseter, den wichtigsten Kaumuskel. Ein ausgeprägter, weiter Winkel erzeugt einen Schatten entlang der Kieferlinie und verstärkt so die Wahrnehmung von Stärke und Breite. Gesichtsfeminisierung Chirurgie Bei der Gesichtsverjüngung (FFS) wird dieser Winkel oft verringert, um die Gesichtszüge weicher wirken zu lassen. Umgekehrt ist bei der Maskulinisierung die Vergrößerung dieses Winkels entscheidend. Individuell angefertigte Implantate werden typischerweise subperiostal (unter dem Muskel, aber über dem Knochen) am Kieferwinkel und -körper platziert. Sie sind so gestaltet, dass sie die natürliche Krümmung des Kiefers nachahmen und einen harmonischen Übergang vom Kinn zum Ohr schaffen.
Implantate stoßen jedoch an ihre Grenzen, was die mögliche Verbreiterung betrifft, ohne ein unnatürliches, wuchtiges Erscheinungsbild zu erzeugen. Eine zu große Implantatdicke kann zu einer Ausdünnung des Weichgewebes und zur Sichtbarkeit der Implantatränder führen. Eine Osteotomie ermöglicht eine natürlichere Verbreiterung, da der Knochen selbst gedehnt wird. Bei der Verbreiterung des Unterkiefers mittels Osteotomie wird der Musculus masseter abgelöst und an der neuen, breiteren Knochenposition wieder befestigt. Dies vergrößert nicht nur die skelettale Breite, sondern ermöglicht dem Muskel auch die Anpassung, wodurch die natürliche Größe und Funktion des Kiefers erhalten bleiben. Diese biologische Integration ist ein entscheidender Vorteil der Knochenchirurgie gegenüber der alloplastischen Augmentation.
Chirurgische Vorgehensweisen: Individuell angefertigte Implantate vs. Unterkieferosteotomie
Individuell angefertigte Kieferimplantate bestehen in der Regel aus medizinischem Silikon, Polyethylen (PEEK) oder porösem Polyethylen (Medpor). Der Prozess beginnt mit einer 3D-Computertomographie (CT) des Schädels des Patienten. Mithilfe computergestützter Konstruktion (CAD) entwerfen Chirurg und Ingenieur ein Implantat, das exakt auf die individuelle Anatomie des Patienten abgestimmt ist. Der Eingriff erfolgt durch intraorale Schnitte im Mundinneren, wodurch äußere Narben vermieden werden. Der Chirurg präpariert eine Tasche in der subperiostalen Ebene und fixiert das Implantat mit Schrauben, um ein Verrutschen zu verhindern. Der Eingriff ist in der Regel kürzer als eine Osteotomie und wird häufig unter Vollnarkose durchgeführt.
Maßgefertigte Implantate bieten ein vorhersehbares ästhetisches Ergebnis bei kürzerer Heilungsdauer. Sie eignen sich ideal für Patientinnen, die eine moderate Vergrößerung (5–10 mm) wünschen und die Komplexität der Knochenheilung vermeiden möchten. Da es sich jedoch um Fremdkörper handelt, bergen sie Risiken wie Infektionen, Dislokation und Kapselfibrose. Für deutliche Breitenvergrößerungen bleibt die Osteotomie der Goldstandard für strukturelle Veränderungen.
— Dr. MFO Klinische Perspektive
Die Unterkieferosteotomie ist ein invasiverer Eingriff, bei dem der Unterkiefer durchtrennt wird, um die Segmente neu zu positionieren. Die gängigste Technik zur Verbreiterung ist die sagittale Spaltosteotomie (SSO), bei der der aufsteigende Unterkieferast vertikal und der Unterkieferkörper horizontal durchtrennt wird, wodurch das untere Segment (mit den Zähnen) nach außen verlagert werden kann. Um den Kiefer deutlich zu verbreitern, wird häufig die Distraktionsosteogenese eingesetzt. Dabei wird der Knochen durchtrennt und ein externes oder internes Gerät angebracht, das die Knochensegmente über mehrere Wochen langsam trennt und so das Knochenwachstum im Spalt anregt. Dies ermöglicht erhebliche Verbreiterungen (10–20 mm), die mit Implantaten nicht möglich sind.
| Verfahren | Zielanatomie | Ort der Inzision | Anästhesie | Erholung |
| Maßgefertigte Kieferimplantate | Kieferwinkel und -körper | Intraoral (im Mund) | Allgemein | 1-2 Wochen (Schwellungen/Blutergüsse) |
| Sagittale Spaltosteotomie | Unterkieferast und -körper | Intraoral (im Mund) | Allgemein | 4-6 Wochen (Knochenheilung) |
| Distraktionsosteogenese | Unterkieferkörper | Intraoral/Extern | Allgemein | 3-6 Monate (Ablenkung & Konsolidierung) |
| Genioplastik (Kinn) | Geistige Ausbuchtung | Intraoral | Allgemein/Lokal | 2-3 Wochen (Schwellung) |
Anatomische Einschränkungen von Implantaten
Obwohl maßgefertigte Implantate vielseitig einsetzbar sind, stoßen sie an Grenzen des umgebenden Weichgewebes. Haut und Muskulatur des Kiefers müssen ausreichend dick sein, um das Implantat ohne sichtbare Ränder oder Tastbarkeit zu verdecken. Bei Patienten mit dünner Haut oder wenig Unterhautfettgewebe können Implantate unnatürlich wirken und sich hart anfühlen. Zudem korrigieren Implantate nicht den Zahnschluss. Bei einem schmalen Biss oder einer Fehlstellung kann eine Verbreiterung des Kiefers durch Implantate die Zahnprobleme verschlimmern und zu einem falschen Zusammenbiss führen.
Umgekehrt ermöglicht die Osteotomie die gleichzeitige Korrektur des Zahnschlusses. Bei einer sagittalen Spaltosteotomie kann der Chirurg den Unterkiefer nach vorne oder außen verlagern, um einen Unterbiss (Klasse-III-Malokklusion) zu korrigieren und gleichzeitig den Kiefer zu verbreitern. Dieser doppelte Vorteil macht die Osteotomie zur bevorzugten Methode für Patienten mit funktionellen Bissstörungen und ästhetischen Ansprüchen. Allerdings erfordert die Osteotomie eine längere Heilungsphase. Der Knochen muss ausheilen (konsolidieren), bevor der Patient wieder normal kauen kann, und häufig ist vor und nach dem Eingriff eine Zahnspange erforderlich, um die Zähne auszurichten.

Vergleichende Analyse: Lebensdauer, Risiken und Kosten
Bei der Entscheidung zwischen maßgefertigten Implantaten und einer Osteotomie sollte die Invasivität gegen die strukturelle Dauerhaftigkeit abgewogen werden. Maßgefertigte Implantate sind insofern dauerhaft, als sie dauerhaft im Körper verbleiben, unterliegen aber dem Alterungsprozess des umliegenden Gewebes. Eine Osteotomie bewirkt eine dauerhafte strukturelle Veränderung des Skeletts, die sich im Laufe der Zeit nicht abbaut, obwohl das Weichgewebe weiterhin einem natürlichen Alterungsprozess unterliegt.
‘Maßgefertigte Implantate bieten ein vorhersehbares ästhetisches Ergebnis mit einer kürzeren Heilungsphase. Sie eignen sich ideal für Patientinnen, die eine moderate Vergrößerung (5–10 mm) wünschen und die Komplexität der Knochenheilung vermeiden möchten. Allerdings handelt es sich um Fremdkörper, die mit der Zeit Risiken wie Infektionen, Dislokation und Kapselfibrose bergen. Für deutliche Breitenvergrößerungen bleibt die Osteotomie der Goldstandard für strukturelle Veränderungen.’
— Dr. MFO Klinische Perspektive
| Verfahren | Langlebigkeit | Wiederherstellungszeit | Wichtigste Risiken | Geschätzter Kostenbereich |
| Maßgefertigte Kieferimplantate | Permanenter Fremdkörper | 2-4 Wochen (Weichteilheilung) | Infektion, Verlagerung, Tastbarkeit, Kapselkontraktur | 4.000 £ – 8.000 £ ($5.000 – $10.000) |
| Sagittale Spaltosteotomie | Dauerhaft (Knochenheilung) | 6-8 Wochen (Knochenkonsolidierung) | Nervenschädigung (Taubheitsgefühl), Fehlverheilung, Infektion, Rückfall | 8.000 £ – 15.000 £ ($10.000 – $18.000) |
| Distraktionsosteogenese | Permanent (neuer Knochen) | 3-6 Monate (Vollständige Heilung) | Geräteausfall, Asymmetrie, Infektion an den Einstichstellen | 10.000 £ – 20.000 £ ($12.000 – $25.000) |
| Genioplastik (Kinn) | Permanent (Knochen) | 2-3 Wochen | Rückfall, Nervenverletzung, Asymmetrie | 3.000 £ – 6.000 £ ($3,750 – $7,500) |
Die Kosten-Nutzen-Analyse
Obwohl maßgefertigte Implantate zunächst günstiger erscheinen, können die Kosten für mögliche Nachbesserungen oder Komplikationen die Gesamtausgaben erhöhen. Implantate müssen unter Umständen aufgrund von Infektionen oder ästhetischer Unzufriedenheit entfernt oder ersetzt werden. Eine Osteotomie ist zwar zunächst teurer, bietet aber in der Regel eine einmalige Lösung. Die Kosten einer Osteotomie umfassen das Honorar des Chirurgen, die Anästhesie, den Krankenhausaufenthalt und häufig auch die Kosten für den Kieferorthopäden. Die funktionelle Verbesserung des Bisses und des Kauens kann jedoch über die ästhetischen Aspekte hinaus einen erheblichen Mehrwert darstellen.
Die Risikoprofile unterscheiden sich deutlich. Chirurgische Komplikationen bei einer Osteotomie hängen im Allgemeinen mit der Knochenheilung und der Nervenfunktion zusammen. Der Nervus alveolaris inferior, der durch den Unterkiefer verläuft, kann während der Operation gedehnt werden, was zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Taubheit der Unterlippe und des Kinns führen kann. Dies ist ein bekanntes Risiko der Unterkieferosteotomie. Implantatkomplikationen betreffen in der Regel das Weichgewebe: Infektionen, Dislokationen oder Reaktionen auf das Fremdmaterial. Beide Verfahren sind nicht risikofrei, und die Wahl hängt oft von der Toleranz des Patienten gegenüber bestimmten Komplikationen ab.
Gesichtsform-Eignung: Welches Verfahren passt zu Ihrer Anatomie?
Die Entscheidung zwischen Implantaten und Osteotomie hängt stark von der bestehenden Gesichtsstruktur und dem gewünschten Veränderungsgrad ab. Ein Eingriff, der bei einem länglichen Gesicht harmonisch wirkt, kann bei einem runden Gesicht unproportioniert erscheinen. Ziel der Kieferverbreiterung ist es, die Gesichtsdrittel und -fünftel auszugleichen und eine markante, maskuline Silhouette zu schaffen.
Runde und ovale Gesichter
Runde Gesichter profitieren von kantigen Konturen, da diese die Illusion einer schlankeren, definierteren Struktur erzeugen. Individuell angefertigte Implantate sind bei runden Gesichtern oft ausreichend, da sie für mehr Breite und einen markanten Kieferwinkel sorgen, ohne die Gesamthöhe des Gesichts drastisch zu verändern. Ist das Gesicht jedoch zusätzlich vertikal kurz, kann eine Kombination aus Kieferverbreiterung und Kinnverlängerung (Genioplastik) erforderlich sein. Eine Osteotomie wird in der Regel nur bei runden Gesichtern angewendet, die eine deutliche strukturelle Veränderung oder die Korrektur eines zurückliegenden Unterkiefers erfordern.
Lange und schmale Gesichter
Bei länglichen Gesichtern ist eine sorgfältige Breitenkorrektur wichtig, um eine zusätzliche Streckung zu vermeiden. Individuell angefertigte Implantate, die den Kieferwinkel (Gonialwinkel) anstatt des Kieferkörpers betonen, können den Kiefer verbreitern, ohne im Mittelgesichtsbereich zu viel horizontales Volumen hinzuzufügen. Eine Osteotomie, insbesondere die Distraktionsosteogenese, kann den Kiefer deutlich verbreitern. Ist das Gesicht jedoch bereits lang, kann zusätzlich zur Verbreiterung eine Verlagerung des Unterkiefers nach unten (Impaktion) erforderlich sein. Dies erfordert eine präzise Planung, um ein “langes und breites” Erscheinungsbild zu vermeiden.
Quadratische und eckige Flächen
Eckige Gesichter mit markanten Kinnlinien wirken oft bereits maskulin, wünschen sich aber möglicherweise eine weitere Konturierung. Individuell angefertigte Implantate eignen sich ideal, um einem bereits eckigen Kinn dezent mehr Breite und Definition zu verleihen. Eine Osteotomie ist bei eckigen Gesichtern selten erforderlich, es sei denn, es liegt eine spezifische skelettale Asymmetrie oder ein starker Unterbiss vor, der korrigiert werden muss. Bei diesen Patienten liegt der Fokus häufig auf dem Kinn (Genioplastik), um die Kinnbreite auszugleichen.
Asymmetrie und Strukturdefekte
Patienten mit Gesichtsasymmetrie, wie z. B. Hemifazialer Mikrosomie oder posttraumatischen Deformitäten, eignen sich besser für eine Osteotomie. Maßgefertigte Implantate können Asymmetrien zwar teilweise kaschieren, die zugrunde liegende skelettale Diskrepanz jedoch nicht korrigieren. Die Osteotomie ermöglicht es dem Chirurgen, die Knochensegmente unabhängig voneinander zu bewegen und so die Asymmetrie dreidimensional zu korrigieren. Die Distraktionsosteogenese ist besonders wirksam bei angeborenen Fehlbildungen, bei denen der Unterkiefer ein- oder beidseitig unterentwickelt ist.

Postoperative Pflege- und Genesungsprotokolle
Unabhängig vom gewählten Verfahren bestimmt die postoperative Versorgung das endgültige ästhetische Ergebnis und minimiert Komplikationen. Die Genesung nach einer Kieferoperation erfordert die strikte Einhaltung von Ernährungsvorschriften und Hygienemaßnahmen. Der Aufwand für die Genesung variiert deutlich zwischen Implantaten und Osteotomie.
Umgang mit Schwellungen und Ernährung
Bei individuell angefertigten Implantaten erreicht die Schwellung nach 48–72 Stunden ihren Höhepunkt und klingt innerhalb von zwei Wochen deutlich ab. Patienten sollten sich in der Regel 1–2 Wochen lang flüssig oder weich ernähren, um die intraoralen Einschnitte nicht zu belasten. Kalte Kompressen helfen, die Schwellung zu reduzieren, müssen aber vorsichtig angewendet werden, um Druck auf die Implantate zu vermeiden. In der ersten Woche ist es unbedingt erforderlich, mit erhöhtem Kopf zu schlafen, um Schwellungen im Augen- und Gesichtsbereich zu reduzieren.
Die Genesung nach einer Osteotomie ist anspruchsvoller. Schwellungen können 4–6 Wochen anhalten. Patienten müssen sich häufig 2–4 Wochen lang ausschließlich flüssig ernähren und anschließend für weitere 4 Wochen auf weiche Kost umstellen. Während der Knochenheilungsphase ist Kauen strengstens untersagt, um ein Verrutschen der Knochensegmente zu verhindern. Bei der Distraktionsosteogenese muss das Distraktionsgerät täglich gemäß den Anweisungen des Chirurgen gedreht werden. Dies erfordert sorgfältige Hygiene, um Infektionen an den Pin-Einstichstellen (bei Verwendung eines externen Geräts) vorzubeugen.
Langfristige Wartung und Funktion
Die Ergebnisse einer Osteotomie sind dauerhaft, jedoch müssen die Kaumuskeln (Musculus masseter und Musculus temporalis) neu trainiert werden. Nach der Osteotomie verändert sich das Bissverhältnis, und eine kieferorthopädische Behandlung mit Zahnspangen ist häufig für 6–12 Monate nach dem Eingriff erforderlich, um den Biss zu optimieren. Physiotherapie kann empfohlen werden, um die volle Beweglichkeit und Kraft des Kiefers wiederherzustellen.
Individuell angefertigte Implantate erfordern weniger langfristige Pflege. Nach der Einheilung sind die Implantate stabil, dennoch sollten Patienten Verletzungen im Kieferbereich vermeiden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um sicherzustellen, dass die Implantate die Zahngesundheit nicht beeinträchtigen. Im Gegensatz zur Osteotomie verändern Implantate den Biss nicht, sodass eine kieferorthopädische Behandlung selten erforderlich ist, es sei denn, es bestehen bereits Zahnprobleme. Der Alterungsprozess schreitet jedoch fort; da das Gesichtsvolumen mit zunehmendem Alter abnimmt, können die Implantate sichtbarer werden und möglicherweise eine Korrektur erforderlich machen. Fetttransplantation oder durch Filler-Injektionen in die umliegenden Bereiche, um ein natürliches Aussehen zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worin besteht der Hauptunterschied zwischen Kieferimplantaten und Osteotomie?
Kieferimplantate sind synthetische Materialien, die auf den Knochen aufgebracht werden, um Volumen zu schaffen. Bei einer Osteotomie hingegen wird der Knochen selbst durchtrennt und neu positioniert, um den Kiefer zu verbreitern. Implantate sind weniger invasiv und erfordern eine kürzere Genesungszeit, aber eine Osteotomie bietet strukturelle Veränderungen und kann Bissfehlstellungen korrigieren.
Kann ich ohne Operation eine maskuline Kinnlinie erreichen?
Nicht-operative Verfahren wie Filler können dem Kieferbereich vorübergehend mehr Volumen verleihen, aber sie können weder die präzise Definition noch die deutliche Breitenvergrößerung einer Operation erreichen. Für dauerhafte, strukturelle Veränderungen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.
Wie lange dauert die Genesung nach einer Kieferverbreiterung?
Die Genesungszeit variiert je nach Eingriff. Individuell angefertigte Implantate benötigen in der Regel 2–4 Wochen für die Weichteilheilung. Eine sagittale Spaltosteotomie benötigt 6–8 Wochen für die Knochenheilung, während die Distraktionsosteogenese 3–6 Monate für die vollständige Konsolidierung benötigt.
Sind die Ergebnisse einer Kieferverbreiterungsoperation dauerhaft?
Ja, sowohl individuell angefertigte Implantate als auch eine Osteotomie führen zu dauerhaften Ergebnissen. Implantate verbleiben dauerhaft im Körper, während eine Osteotomie eine dauerhafte Knochenheilung bewirkt. Allerdings unterliegt das umliegende Weichgewebe im Laufe der Zeit natürlichen Alterungsprozessen.
Wer kommt für maßgefertigte Kieferimplantate in Frage?
Ideale Kandidaten verfügen über eine gute Hautelastizität, moderate ästhetische Ziele (5–10 mm Zahnzunahme) und keine nennenswerten Bissfehlstellungen. Sie sollten sich in guter gesundheitlicher Verfassung befinden und realistische Erwartungen hinsichtlich der Grenzen von Implantaten haben.
Welche Risiken birgt eine Unterkieferosteotomie?
Zu den Risiken gehören vorübergehende oder dauerhafte Taubheit der Unterlippe und des Kinns (Nervenschädigung), Infektionen, Fehlverheilung des Knochens und ein Rückfall. Es besteht außerdem das Risiko von Kiefergelenksproblemen.
Wird eine Kieferverbreiterungsoperation von der Versicherung übernommen?
Im Allgemeinen nein. Es handelt sich dabei um kosmetische Eingriffe. Wird die Osteotomie jedoch zur Korrektur einer funktionellen Bissfehlstellung (Klasse-III-Malokklusion) durchgeführt, kann ein Teil des Eingriffs von der Krankenversicherung übernommen werden, die ästhetische Erweiterung jedoch in der Regel nicht.
Wie entscheide ich mich zwischen Implantaten und Osteotomie?
In Betracht ziehen Ihre ästhetischen Ziele, Ihr Budget und Ihre Toleranz gegenüber der Genesungszeit spielen eine Rolle. Implantate eignen sich für moderate Verbesserungen mit schnellerer Genesung. Eine Osteotomie ist die beste Wahl für deutliche Breitenvergrößerungen, die Korrektur von Bissfehlstellungen oder die Behebung von Skelettasymmetrien. Ein Beratungsgespräch mit einem Gesichtschirurgen ist unerlässlich.
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